Wer heute an Croquet denkt, sieht vielleicht zuerst einen ruhigen Rasen, weiße Kleidung und die schlanke Linie eines Mallets. In Hamburg beginnt die Geschichte, die zu diesem Bild passt, jedoch viel früher - und sie beginnt mit einer Straße. Die Altonaer Palmaille entstand 1639 als Spielbahn.
Weiße Kleidung gehört für viele Menschen so selbstverständlich zum Croquet wie der Mallet und die Kugeln. Sie ist kein Kostüm und kein Versuch, aus einem Nachmittag auf dem Rasen etwas Förmliches zu machen.
Golf-Croquet wirkt auf den ersten Blick fast schlicht: Vier Kugeln, sechs Tore, zwei Seiten und ein Rasen. Doch schon nach wenigen Minuten zeigt sich, weshalb man den Sport gern Schach auf dem Rasen nennt.
Golf-Croquet ist leicht zu beginnen, weil seine Grundregeln klar sind. Das bedeutet nicht, dass jede Situation einfach wäre. Gerade die klare Ordnung macht das Spiel spannend. Man weiß, welches Tor als Nächstes zählt. Man weiß, welche Kugel an der Reihe ist.
Golf-Croquet kann als Einzel oder als Doppel gespielt werden. Das Spielfeld bleibt gleich. Die Tore bleiben gleich. Und doch verändert sich die Partie deutlich, sobald vier Menschen um dieselben Tore spielen. Im Einzel gehört einer Seite jeweils eine Kugel.
Beim Golf-Croquet beginnt ein guter Schlag nicht mit Kraft. Er beginnt mit Ruhe. Wer vor einem engen Tor steht, merkt schnell, dass ein festerer Schlag den Ball nicht automatisch besser macht. Entscheidend sind die Linie, der Stand und ein klarer Moment vor dem Kontakt.
Der direkte Weg durch das Tor ist im Golf-Croquet oft verlockend. Man sieht die Öffnung, die eigene Kugel liegt halbwegs gut, und der Schlag scheint möglich. Doch das ist nur die erste Frage. Die zweite lautet: Was passiert, wenn er nicht gelingt?
Viele Menschen kennen Croquet nur aus Filmen, aus Gärten oder als Bild einer vergangenen Sommergesellschaft. Wer dann zum ersten Mal ein echtes Golf-Croquet-Spiel sieht, ist oft überrascht. Die Kugeln sind schwerer, die Tore enger, der Rasen präzise gepflegt.
Ein erstes Probetraining im Golf-Croquet beginnt ohne Druck. Man muss keine Schläger besitzen, keine Spielgeschichte erzählen und keine Regeln auswendig kennen. Beim Hamburger Croquet Club werden Mallets und Kugeln bereitgestellt. Der erste Schritt ist einfach: auf den Rasen kommen und die Kugel einmal selbst spielen.
Ein Croquet-Platz ist mehr als eine Fläche mit Toren. Er braucht einen gepflegten Rasen, klare Linien und Raum für die Kugeln. Vor allem aber braucht er Menschen, die sich auf das Spiel einlassen.
Golf-Croquet wird manchmal Schach auf dem Rasen genannt. Der Ausdruck klingt groß, doch er beschreibt das Spiel erstaunlich gut. Es geht nicht allein darum, eine Kugel sauber zu treffen. Es geht darum, zu sehen, was dieser Schlag für die nächste Kugel, den Gegner und das nächste Tor bedeutet. Die Regeln sind schnell erklärt.
Wer Croquet in Hamburg, Quickborn oder im nördlichen Umland kennenlernen möchte, findet den Hamburger Croquet Club auf dem Helenenhof in Renzel. Die Anlage liegt an der Dorfstraße 51 in 25451 Renzel, Quickborn.